Warum die meisten Strategien scheitern, bevor die Umsetzung beginnt
Was ist eine Strategie wirklich?
Wenn man nach "Strategie" sucht, findet man oft Definitionen wie:
Eine Strategie ist ein langfristiger Plan zur Erreichung eines übergeordneten Ziels.
Das klingt vernünftig.
Das Problem ist nur:
Die meisten Strategien scheitern nicht an der Planung.
Sie scheitern daran, dass sie niemand versteht.
Viele Geschäftsleitungen investieren Wochen oder sogar Monate in die Entwicklung einer Unternehmensstrategie. Am Ende entstehen Präsentationen, Strategiepapiere und Roadmaps mit zehn, zwanzig oder fünfzig Seiten.
Die beteiligten Führungskräfte verstehen jedes einzelne Wort.
Die Mitarbeitenden jedoch nicht.
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.
Was kostet eine Strategie ohne Bodenhaftung?
Wenn die Strategie nur von wenigen Menschen verstanden wird, kann auch nur ein kleiner Teil der Organisation an ihrer Umsetzung mithelfen.
Die Folge sind wirtschaftliche Konsequenzen:
Projekte laufen in unterschiedliche Richtungen.
Teams setzen unterschiedliche Prioritäten.
Entscheidungen dauern länger.
Führungskräfte müssen ständig nachsteuern.
Leistungsträger kompensieren die fehlende Klarheit.
Chancen werden verpasst.
Die meisten dieser Kosten erscheinen nie als eigene Position auf der Erfolgsrechnung.
Trotzdem bezahlt jedes Unternehmen dafür.
Tag für Tag.
Wie formuliert man eine Strategie, die jeder versteht?
Vielleicht liegt das Problem gar nicht darin, dass Strategien zu wenig durchdacht sind.
Vielleicht sind sie schlicht zu komplex.
Eine einfache Frage:
Würde deine Strategie auf ein Post-it passen?
Wenn nicht, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie auch nicht handlungsleitend ist.
Denn Menschen merken sich keine zehnseitigen Strategiepapiere.
Menschen merken sich einfache Fragen.
Was wäre, wenn deine Strategie eine Frage wäre?
Die meisten Strategien werden als Aussage formuliert.
Zum Beispiel:
Wir entwickeln eine führende Plattform für Mitarbeiterentwicklung.
Das Problem:
Eine Aussage beendet das Denken.
Eine gute Frage startet es.
Zum Beispiel:
Wie schaffen wir es, die Potenziale von 4'000 Menschen mit Hilfe von Aligning sichtbar zu machen und zu entfalten? (eine strategische Initiative der Entwicklungsbeschleuniger AG)
Sobald Menschen diese Frage hören, beginnt etwas Interessantes.
Sie denken automatisch mit.
Warum Fragen stärker wirken als Strategiepapiere
Neurobiologisch betrachtet reagiert unser Gehirn auf offene Fragen ähnlich wie auf ein Rätsel.
Eine unbeantwortete Frage erzeugt Spannung.
Menschen suchen automatisch nach möglichen Antworten.
Genau deshalb diskutieren Menschen nach einem Workshop oft nicht über ein Strategiepapier.
Sie diskutieren über eine gute Frage.
Eine starke strategische Frage aktiviert nicht nur die Geschäftsleitung.
Sie aktiviert die gesamte Organisation.
Plötzlich überlegen Mitarbeitende selbst:
Was kann ich dazu beitragen?
Welche Ideen habe ich?
Wo liegen Hindernisse?
Was sollten wir ändern?
Strategie wird dadurch vom Dokument zur gemeinsamen Denkrichtung.
Der Unterschied zwischen Strategie und Alignment
Viele Unternehmen glauben, sie hätten ein Strategieproblem.
In Wirklichkeit haben sie ein Alignment-Problem.
Die Strategie ist vorhanden.
Aber sie lebt nicht im Alltag.
Sie hat keine Bodenhaftung.
Menschen treffen deshalb täglich Entscheidungen, ohne die eigentliche Absicht der Organisation zu kennen.
Erst wenn die Strategie so einfach wird, dass sie jede Person verstehen, erklären und für ihre eigenen Entscheidungen nutzen kann, entfaltet sie ihre Wirkung.
Mein Impuls
Die Qualität einer Strategie zeigt sich nicht daran, wie viele Seiten sie umfasst.
Die Qualität einer Strategie zeigt sich daran, wie viele Menschen aktiv an ihrer Umsetzung mitdenken.
Oder noch einfacher:
Wenn deine Strategie nicht auf ein Post-it passt, passt sie wahrscheinlich auch nicht in die Köpfe deiner Mitarbeitenden.




