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So machen dich Persönlichkeitsanalysen empathischer.

Aktualisiert: 21. Juli 2025

In meiner früheren Rolle als Change Manager war Überzeugungsarbeit ein zentraler Bestandteil meines Alltags. Ich habe schnell gemerkt, dass nicht jeder auf die gleiche Weise für ein neues Vorhaben gewonnen werden kann. Damals teilte ich die Menschen gedanklich in drei Gruppen ein: die, die mit Zahlen, Daten und Fakten überzeugt werden wollen, die, die eine inspirierende Vision benötigen, und die, die ein Projekt fühlen müssen, um an Bord zu kommen. Bei jedem neuen Projekt versuchte ich daher, eine Brücke zu schlagen und harte Fakten mit emotionalen, greifbaren Geschichten zu verbinden.

Vor knapp zehn Jahren stiess ich dann auf ein Feld, das meine Herangehensweise an Führung und Zusammenarbeit nachhaltig verändern sollte: Persönlichkeitsanalysen wie DISC, MBTI, das Enneagramm oder das Team Management System (TMS). Diese Werkzeuge haben mich auf unterschiedliche Weisen persönlich und beruflich enorm weitergebracht.


Der erste Schritt: Die eigene Persönlichkeit verinnerlichen


Der Einstieg in diese Welt begann für mich, wie für viele andere auch, mit einem einfachen, kostenlosen Test (Kostenloser Persönlichkeitstest). Bei "16 Personalities", das auf dem MBTI-Modell basiert, erfuhr ich einiges über mich. Mein Ergebnis: ENTJ. Eine von Gemini angeforderte Zusammenfassung meines Charaktertyps lautet:

Als ENTJ bist du eine geborene Führungspersönlichkeit: strategisch, entscheidungsfreudig und charismatisch. Du denkst zukunftsorientiert, organisierst effizient und übernimmst gerne Verantwortung, um deine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Dein starker Wille und dein Selbstvertrauen sind ansteckend, aber du kannst auch ungeduldig und dominant wirken. Logik und Effizienz stehen für dich im Vordergrund, wobei die Emotionen anderer und deine eigenen manchmal in den Hintergrund treten können.

Einiges, was ich über diesen Charaktertyp las, passte erschreckend gut. Anderes wiederum würde ich anzweifeln. Doch die erste Auseinandersetzung mit meinem Persönlichkeitsmuster im Jahr 2018 war ein wichtiger Anstoss.


Die eigenen blinden Flecken erkennen: Ein Akt der Introspektion


Wirklich wertvoll wurden Persönlichkeitsanalysen für mich, als ich sie nutzte, um die nächsten Schritte auf meinem ganz persönlichen Wachstumspfad zu erkennen. Sie halfen mir, meine blinden Flecken aufzudecken. Ein prägnantes Beispiel: Obwohl ich mich immer als emotionalen Menschen bezeichnet habe, wurde mir durch die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst klar, dass ich meinen eigenen Emotionen oft nicht die nötige Beachtung geschenkt habe. Im Streben nach Logik und Effizienz schob ich meine Gefühle beiseite. Ich erinnere mich jedoch noch genau an die erste lebensverändernde Entscheidung, die ich bewusst auf Basis meines Bauchgefühls traf – entgegen den Mustern, die mir Kopf und Verstand bis dahin diktiert hatten. Diese Erfahrung war ein Wendepunkt.


Empathie als Führungskompetenz stärken


Neben der Selbsterkenntnis liegt der grösste Gewinn dieser Modelle darin, andere Menschen besser zu verstehen. Du fragst dich, wie das funktioniert? Viele dieser Analysen basieren auf Dimensionen oder Skalen, zum Beispiel Extraversion und Introversion.

Persönlichkeitsanalyse nach MBTI
Mein Persönlichkeitsmuster im Jahr 2018.

Wenn ich weiss, dass ich eine starke Ausprägung in Richtung Extraversion habe, hilft es mir ungemein, mich bewusst mit dem Gegenpol, der Introversion, zu beschäftigen. Ich lerne zu verstehen, warum andere Menschen anders ticken als ich.

Diese Erkenntnis hat konkrete Auswirkungen auf meinen Führungsalltag. Ich kann mich bewusster auf ein Gespräch mit einem introvertierten Teammitglied vorbereiten, ihm Raum geben und nicht mit meiner Energie überrumpeln. Ich kann eine E-Mail adressatengerecht formulieren, sodass die Botschaft wirklich ankommt. Moderne KI-Tools können hier sogar als "Übersetzer" dienen. Ein einfacher Befehl wie: "Schreibe mir die nachfolgende E-Mail für einen ISFP-Typ nach MBTI", kann bereits helfen, die eigene Kommunikation zu schärfen und empathischer zu gestalten.



Aber Achtung! Die Gefahr der Schubladen


Bei all den Vorteilen ist eine Warnung unerlässlich: Persönlichkeitsanalysen schubladisieren! Sie sind, wie alle Analysen, eine Vereinfachung der Realität. Sie fassen unzählige menschliche Eigenschaften in wenigen Gruppen zusammen, damit wir die komplexe Welt der Persönlichkeiten besser greifen können.

Es ist entscheidend, die Ergebnisse als Verhaltenstendenzen zu betrachten, nicht als in Stein gemeisseltes Schicksal. Pauschale Haltungen wie "Marc wird sich nie ändern, er ist eben ein Charakter X" sind nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Sie rauben Menschen die Chance auf Entwicklung und Wachstum.

Nutze die Erkenntnisse aus Persönlichkeitsanalysen deshalb vor allem für zwei Dinge: um dich selbst besser zu verstehen und um anderen Menschen mehr Empathie entgegenzubringen. Wir alle befinden uns auf unserem individuellen Entwicklungsweg. Gemeinsam geht es leichter.


Bewusst das passende Werkzeug wählen


Je nach Anwendungsgebiet und persönlicher Überzeugung können unterschiedliche Modelle hilfreich sein. Hier eine kleine, unvollständige Auflistung als Orientierung:

  • Big Five (OCEAN): Ein wissenschaftlich sehr fundiertes Modell, das die Persönlichkeit anhand von fünf Hauptdimensionen beschreibt (Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus).

  • Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI): Sehr populär im Coaching und in der Teamentwicklung, hilft es, Präferenzen in der Wahrnehmung und Entscheidungsfindung zu verstehen.

  • DISC (deutsch: DISG): Ein einfach verständliches Modell, das vier Verhaltenstendenzen (Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft) beschreibt und oft zur Verbesserung der Kommunikation im Team eingesetzt wird.

  • Team Management System (TMS): Fokussiert stark auf Arbeits- und Führungspräferenzen und wie diese zur Teamleistung beitragen.

  • Insights Discovery: Nutzt eine eingängige Farbensprache, um Persönlichkeitspräferenzen zu visualisieren und die Zusammenarbeit und Kommunikation zu verbessern.

  • Enneagramm: Ein komplexes Modell, das neun Persönlichkeitstypen beschreibt und sich stark auf die zugrunde liegenden Motivationen und Entwicklungswege konzentriert.

  • Reiss Motivation Profile: Erfasst, was einen Menschen intrinsisch antreibt, und analysiert 16 grundlegende Lebensmotive.

Nutze diese Werkzeuge bewusst. Sie sind kein Allheilmittel, aber als Kompass auf dem Weg zu besserer Führung, tieferer Selbsterkenntnis und echter Empathie können sie von unschätzbarem Wert sein.






Gerne helfe ich auf deiner Entwicklungsreise.

Weil Führung nicht kompliziert, sondern wirksam sein sollte.
Weil Führung nicht kompliziert, sondern wirksam sein sollte.

Mein Ziel ist dein Testimonial mit dem Inhalt:

«Wie eine Akupunkturnadel, die die Entwicklung ins Fliessen bringt.»

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